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Geschichte

Anlässlich des 100jährigen Bestehens (1909-2009) wurde eine Laudatio verfasst und veröffentlicht.

VON SIGRID MELDAU UND DIETMAR BRENNEKE

Teil I (Turnen, Handball und vieles mehr)

Das Jahr 2009 ist ja bekanntlich an Jubiläen reich gesegnet – wir denken an 70 Jahre Beginn des 2. Weltkriegs, an 60 Jahre Grundgesetz und an 20 Jahre Mauerfall. Auch unser schönes Eltze hat sich entschlossen, ein Jubiläum hinzuzutun: Unser Sportverein MTV wird 100 Jahre alt.

Wir möchten nun diese hundert Jahre Vereinsgeschichte ein wenig Revue passieren lassen. Natürlich nicht alle Details, darüber können Sie mehr erfahren in unserem Kalender, den wir zum Jubiläum gestaltet haben – und über dessen große Resonanz wir uns freuen. Wir möchten ein paar ,,Highlights”, Anekdoten und wichtige Entwicklungen herausgreifen und schildern. Und wie in einem schönen Märchen fangen wir mit den Worten: ,,Es war einmal” an.

Es waren einmal acht Herren, die im Jahr 1909 unseren MTV gründeten. Als Vereinsfarben wurden grün und gelb gewählt. Geturnt wurde damals auf dem alten Schulhof.

Aber wie so oft im Leben: Das Neue hat es manchmal schwer – und so wurden unsere acht Herren in ihren ulkig kurzen Hosen und Turnhemd beargwöhnt. ,, Arbeitet auch tagsüber lieber richtig aus, dann braucht ihr abends hier nicht halbnackt rumzuhampeln.” – wird uns als Reaktion von damals überliefert. Aber unsere Acht haben sich nicht beirren lassen.

Nach den Wirren des 1.Weltkriegs stieg die Mitgliederzahl 1918 bereits auf 40 Personen an. Die Turnabteilung bestand aus vier Herrenriegen. n den 20ger Jahren wurde Hermann Wrede ausgewählt, als einer von 1000 Turnern (aus Deutschland?) an der Lingiade in Stockholm teilzunehmen. Hier sieht man bereits, dass es eine der schönsten Seiten des Vereinssports ist, in der Welt herumzukommen, Gleichgesinnte zu treffen und vielleicht ein bisschen Lampenfieber vor dem ,Auftritt’ zu haben. Von Eltze nach Stockholm, heute bestimmt kaum noch nachzuvollziehen, wie besonders das damals war. Und Hermann Wrede brachte auch einen Preis mit nach Eltze.

Während der Weltwirtschaftskrise Ende der 20ger Jahre, der kommenden Nazidiktatur und des 2. Weltkriegs war kein Vereinsleben mehr möglich. Auch musste der Sportverein 1946 neu gegründet werden, er nannte sich fortan MTV Rot Weiß Eltze und wie uns überliefert wurde, hat man aus alten Fahnen die Hosen rot und die Hemden weiß genäht. Das einzig wirklich Sinnvolle, was man aus derlei Fahnen machen kann.

Die Bevölkerung Eltzes hatte sich nach dem Krieg durch die vielen Flüchtlinge und Vertriebenen fast verdoppelt; die Umstände und die Versorgungslage war kompliziert – aber dennoch fanden sich bald wieder etliche Turn- und Sportbegeisterte zusammen und unser Vereinsleben fing wieder an zu pulsieren. Und wo die Ausstattung fehlte, musste man halt improvisieren: 1946 spielte bereits eine Damenhandballmannschaft auf dem alten Sportplatz. Mangels Waschgelegenheiten ging man nach dem Spielgeschlossen zur Erse und machte sich frisch. Die Turner nahmen 1947 ihre Übungsabende im Saal der Gaststätte Nesemann wieder auf. Das erste Turnfest fand 1946 in Groß-Lafferde statt. Die Beteiligung und Freude darüber war so groß, dass Willi Schumann mit seinem Bus die Fahrt dorthin übernahm.                                                                                                              

Anfang der 50er Jahre entdeckte man das Kinderturnen. 1953 fand unter ganz einfachen Bedingungen mit nur männlichen Teilnehmern das erste Schauturnen statt. 1954 öffnete man das Turnen auch den Mädchen – es hatte doch etwas gedauert mit der Gleichberechtigung. Unter dem strengen Training von Hermann Schröder (Männe) nahm die erste Mädchenriege rasch Fahrt auf. Einige neue Turngeräte wurden angeschafft und das Schauturnen zu Ostern entwickelte sich zu einem großen Ereignis. Auch die Leichtathletik entwickelte sich rasant. Die 50er Jahre waren besonders für uns Turnerinnen eine erfolgreiche Zeit. Auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene wurde viele Wettkämpfe gewonnen und die Mädchenriege wurde zu vielen Schauturnen eingeladen.

Wie einige wissen, hatte ich damals die Ehre, engagiert dabei zu sein – und ich muss ihnen offen sagen: Für mich war das eine sehr tolle Zeit, die mich geprägt hat: die Übungsabende, der sportliche Wettkampf und das aus Eltze mal herauskommen und andere Leute treffen. Einige der damals geknüpften Freundschaften halten auch heute noch.

Apropos, Herumkommen und improvisieren’: Wir waren mal zum Schauturnen nach Fallersleben eingeladen. Geturnt wurde auf dem Saal, umgezogen haben wir uns einem Abstellraum, in zwei Zinkwannen drehten die Silvesterkarpfen ihre Runden. Barfuß wurde geturnt, Turnschuhe hatten wir nicht. Mangels Wasserhahn haben wir unsere Hände und Füße in die Zinkwannen gesteckt. Die Fische schnappten dann immer nach uns, denn sie glaubten, sie bekämen Futter.

lm Juni 1959 wurde das 50jährige Vereinsjubiläum des MTV zum Großereignis in Eltze. Über 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden in Privatunterkünften einquartiert. An unterschiedlichen Austragungsorten gab es Turnwettkämpfe. Der große Wettkampf der Leichtathletinnen und -athleten fand auf dem wunderschönen, im Jahr zuvor eingeweihten Sportplatz statt. Ein imposanter Festumzug mit 24 Vereinen zog durch das Dorf und ein abendlicher Ball rundete das Ereignis ab.

Die neue Grund- und Hauptschule mit ihrer großen Turnhalle, die wir auch heute noch nutzen, wurde 1963 eingeweiht. Damit ging eine Epoche zu Ende, und eine neue begann: Der MTV hatte über 50 Jahre auf dem Saal der Gaststätte Nesemann geturnt. Neue Turnhalle – neuer Schwung! Zu Ostern wurde ein großes Schauturnen veranstaltet und viele Kinder, Jugendliche und die Damengymnastik präsentieren in der voll besetzten Halle ihre Übungen.

1975 wurde eine Frauenhandballmannschaft gegründet. 1978 stieg die erste Damenmannschaft in die erste Kreisklasse auf und die A-Jugend wurde Vizemeister. Das Gauturnfest des Kreises Peine wurde 1978 in Eltze ausgerichtet. lm Jahr darauf fanden 700 Sportlerinnen und Sportler ihren Weg nach Eltze um am Kreisturnfest teilzunehmen.

Vom Turnverein zur Sportgemeinschaft – das hieß für unseren Verein und die in ihm engagierten Menschen auch immer ein breites Angebot bereitzustellen – und offen sein für Neues. So gibt es z. B. nur wenige Sportarten, die Ehepaare miteinander ausüben können. Daher gab es eine Tanzsparte, die auch Preise einfuhr, und eine Gruppe Federballspielen.

Kinderturnen: Im Vorschulalter entdecken die  ,Kurzen’ spielerisch die Freude an der Bewegung in der Turnhalle. Auch für die Eltern-Kind-Gruppe bietet sich die erste Gelegenheit zu gemeinsamen sportlichen Anfangsschritte. Seit 1989 wird Basketball gespielt. Seit 2001 betreiben einige junge Damen eine Jazzdance-Gruppe, wo Spaß an der Bewegung, Musik und Auftritte in den entsprechenden Outfits zu den zentralen Elementen gehört.

1984 feierte der MTV sein 75jähriges Jubiläum. Da zeigte auch unter viel Applaus die Altherrenriege am Barren ihr Können. 1989 fanden sich wieder einige Jungen, die Lust auf das Turnen hatten. Durch ihre ersten Auswärtserfahrungen beim Turnfest in Großburgwedel waren sie so begeistert, dass die wöchentliche Trainingszeit gleich verdoppelt wurde. Auch die Mädchen waren nicht untätig geblieben und ließen sich von den Erfolgen der Jungen anspornen. Auch sie nahmen an mehreren Wettkämpfen erfolgreich teil.

Die 90-Jahr Feier des MTV wurde wieder zu einem großen Anlass. 6 Jungenmannschaften wurden zu einem Gerätewettkampf eingeladen. Die Turnhalle war schon für 40 Aktiven zu klein und so wurde bei schönem Wetter auf dem Schulhof geturnt. Welche Saft und Kraft der MTV -trotz und wegen seiner Tradition- hat, haben ja viele von ihnen beim letzten Schauturnen sehen können. Franz Müntefering hätte wahrscheinlich gesagt:  Alle bei der Sache, Hütte voll, viel Spaß. Richtig. Alle Sparten konnten sich präsentieren; dem zahlreichen Publikum wurde wieder viel geboten. Und ich kann ihnen sagen: allen Akteuren hat es viel Freude gemacht, dabei zu sein und ihr Können zu zeigen. Es war ein toller Nachmittag – es gibt übrigens einen wunderbaren Film davon.

Das waren sie, die 100 Jahre MTV Eltze. Es war der lmpuls der Acht, jener acht Herren vor hundert Jahren, die den MTV gründeten. Die Geschichte unseres Vereins war auch immer verflochten mit der Geschichte unseres Landes, seiner guten wie schlechten Entwicklungen.

Jedes Märchen hat ja bekanntlich eine Moral – lassen Sie mich zum Schluss erzählen, was ich, was wir, aus den 100 Jahren mitgenommen haben. Und wie wir uns die nächsten 100 Jahre vorstellen.

Zuerst: Offen sein für Neues. Hätten die acht Herren am Anfang des Märchens auf ihre Kritiker gehört – gäbe es uns nicht. So wie der MTV in seiner Geschichte immer mit den Vorlieben, neuen Trends, neuen Bedürfnissen mitgewachsen ist – so haben wir Zutrauen, dass das auch so bleiben wird. Wer sagt uns denn, dass nicht in 2,5,10 Jahren eine neue asiatisch geprägte Ballsportart aufkommt, die begeistert; wer sagt uns denn, ob es demnächst nicht ein neues Sportgerät gibt, an dem Leistung ausprobiert wird; wer sagt uns denn, ob nicht eine radikal neue, sportliche Tanzform von den dann jungen Bewohnern Eltzes gewünscht wird. Daher wollen wir: offen sein.

Vom Turnverein zur Sportgemeinschaft: das bringt uns auch zum Stichwort: Leistung. Zur Frage: was ist Sport. Sporttreiben. – Was sind Erfolge, Preise, Pokale? Ja, die sind wichtig; sind wichtig, das die Einzelnen oder die Mannschaft die Kräfte spannt, dass man sich messen will mit dem Gegenüber. Aber genauso wichtig ist die soziale Seite: Menschen treffen, mitmachen, Kommunikation. Sport ist auch der Anlass, in andere Gegenden zu fahren, neue Leute zu treffen. Wir fühlen uns als Verein sowohl denen, die Leistung bringen und Preise gewinnen wollen ebenso verbunden wie denjenigen, die einfach nur Freude an der Bewegung haben. Es gilt für uns das olympischen Motto: Dabeisein ist Alles.

Es war ein weiter Weg von 1909 mit den acht Männern in ihren damals ulkigen Hosen. Es war ein weiter Weg durch Verwerfungen wie Kriege, Flüchtlingselend, zu Neuanfängen, zum Aufblühen unseres Vereins in den Gründerjahren unserer Republik. Den dynamischen Entwicklungen der 60. und 70ger Jahre. Aber was ist denn die Lösung des Rätsels, warum es den MTV immer noch, immer noch kraftvoll gibt? lch verrate es lhnen. Es ist das ehrenamtliche Engagement. Ein Verein lebt davon, dass Menschen für ihn arbeiten. Ohne Geld. Wir hegen keinen Zweifel, dass der Zusammenhalt einer Gesellschaft auch im freiwilligen, selbst organisierten und nach allgemeinen Werten orientiertem Mittun besteht. Und daher ist natürlich der 10Ojährige Geburtstag eines Vereins ne tolle Sache. Aber vielmehr ist er Angebot und Weckruf an alle, sich einzubringen und mitzutun. ,,Kümmern Sie sich um Ihre Angelegenheiten.” So hieß es böse früher mal.

Ja, kümmern Sie sich mal um lhre Angelegenheiten! – das lhre Kinder Gemeinschaft kennenlernen; das Räume für sie offen stehen; das es für die Kinder und Jugendlichen Anlässe gibt, woanders zum sportlichen Wettkampf hinzufahren oder andere Sportlerinnen und Sportler hier als Gastgeber zu begrüßen; dass auch Sie nach anstrengendem Arbeitstag in der Verwaltung Gelegenheit zum Dampf ablassen haben.

100 Jahre MTV: die Entwicklung vom reinen Turnverein zur Sportgemeinschaft. Eine Geschichte der Offenheit für neue Entwicklungen. Eine Gemeinschaft für alle, die Lust am Sport, an der Bewegung hat, ein schönes Beispiel für Engagement der Bürger- eine hundertjährige alte Dame mit extrem viel Saft und Kraft. Wir alle sind so gespannt wie es weitergeht, – das hängt ja auch von lhnen allen und nicht zuletzt von den jungen Menschen hier im Raum ab.

Mir fällt gerade ein Zitat ein: ,Tradition ist nicht das Aufbewahren der Asche, sondern das Weitergeben des Feuers” (es ist natürlich nicht von der Volksbank, sondern Thomas Morus).

Teil II (Fußball)

1927 wurde in Eltze erstmals Fußball gespielt. Ein umfunktioniertes Schlagballfeld, – es befand sich da, wo heute die schmucken Häuser des Südringes stehen-, musste als Fußballplatz herhalten und umgezogen hat man sich in der Bahnhofsgaststätte Höper. Zu Auswärtsspielen, man spielte im Kreis GF und nicht im Gau Südheide ( Kr. Peine ),  wurde mit dem Fahrrad gefahren, oder der Kartoffelhändler Scharlemann aus Stederdorf stellte seinen Lieferwagen z. Verfügung.

Die verheerende Weltwirtschaftskrise 1929 erreichte Anfang der dreißiger Jahre allerdings auch Eltze und somit kam der Spielbetrieb 1933 zum Erliegen.

Nach dem 2. Weltkrieg begann im Herbst 1945 auch in Eltze das Interesse am Sport wieder zu erwachen.

Man traf sich in der Gastwirtschaft Bühring o. in der Küche von Waldemar Uzarewicz, dem großen Wegbereiter für die Eltzer Fußballer. Manchmal hing ein Schild vor der Küchentür: – Heute geschlossen -, weil man sich fast jeden Tag traf und über den Aufbau einer Fußball-Abt. fachsimpelte, aber seine Frau Emmi es nicht mehr ertragen konnte.

Die alten Vereinsstrukturen wurden, wegen des Missbrauchs durch das Dritte Reich, 1945 durch die Siegermächte verboten und mussten bis 1946 aufgelöst sein.

1946 gründete W. Uzarewicz mit mehreren Eltzer Sportlern den SV Rot-Weiß Eltze. Unter uns sind u. a. die noch lebenden Pioniere der Eltzer Fußballgeschichte. Max Pfänder, Peter Lindstedt und Alfred Chella.

Es gelang W. Uzarewicz gegen Wurst u. Speck von den Engländern aus Celle einen Sack voll ausrangierter Fußballstiefel zu bekommen. Aus der gleichen Quelle stammen auch die ersten Tornetze, die ursprünglich als Tarnnetze für Militärfahrzeuge ihre Verwendung finden sollten. Die Sporthosen wurden aus alten Fahnen genäht und als Trikot nahm man weiße Unterhemden. Aus dieser Not entstanden die Vereinsfarben Rot – Weiß.

Mit der 1. Herren wurde 1946 eine Jgd.-Mannschaft gemeldet, in der auch unser Ehrenortsbürgermeister Erich Grotewohl mitwirkte.

Ein Stück Ödland im Biesel wurde in Eigenarbeit als Sportplatz hergerichtet, man spielte im Kreis GF und gehörte immer zu den Meisterschaftsfavoriten.

So war es auch 1947 im Spiel gegen Ohof-Seershausen, welches durch „ unglückliche Umstände „ Eltze um Sieg und Meisterschaft brachte.

Die SR kamen früher immer im Anzug und Zylinder zu den Spielen. Einen Eltzer hat dieser angebliche Betrug durch den SR so geärgert, dass er in den unbeaufsichtigten Zylinder geschissen hat.

1948 wurde das alte Vereinsverbot der Besatzungsmächte wieder aufgehoben. Somit kam es zur notwendigen „Fusion“ zwischen dem alten MTV von 1909 und dem neuen SV Rot-Weiß mit dem neuen Vereinsnamen: MTV Rot-Weiß Eltze.

Ab 1950 spielte die Fußballsparte im Kreis Peine und das sich zuvor erworbene Ansehen und die Anerkennung bekam große Kratzer. Es ging soweit, dass 1952 die Fußballabteilung wegen Streitigkeiten und unsportlichem Verhalten aufgelöst werden sollte.

Der Vorstand sperrte einzelne Eltzer Spieler für 3 Monate, verhängte auch Geldstrafen gegen unfaire Spieler und bekam somit die Fußballsparte wieder in den Griff.

Georg Köstermann, 1. Vors. des Vereins ab 1954, prägte den Ausspruch zu dem Verhalten einzelner Spieler:

            Sportler sein, heißt ein ganzer Mann sein.

            Denke alle Zeit daran, dass dich der Sport nicht nur körperlich stählt,

            sondern auch charakterlich festigen soll.

Obwohl der Gesamtumsatz des MTV Eltze in diesem Jahr erstmals über 2.000 DM stieg, musste man noch ein Darlehen von 139,00 DM aufnehmen.

1955 wurde der MTV Rot-Weiß Eltze im Vereinsregister beim AG Meinersen eingetragen und erhält den Status der Gemeinnützigkeit.

In den nächsten 3 Jahren endete keine Mitgliedervers. vor 00.15 Uhr und die AH mit den hier anwesenden Gründern holte 3x die Meisterschaft.

1958 wurde der 2. Sportplatz mit Sporthaus am Biesel eingeweiht. Der Finanzierungsplan von 30.000 DM konnte fasst eingehalten werden – dabei waren auch 150 Pappeln.

2995 Arbeitsstunden tätigten die Mitglieder und die PAZ titelte:

Ein Dorf baute seinen Sportplatz!

In den 60er u. 70er Jahren erzielten die Eltzer Fußballer ihre größten Erfolge.

Unvergessen ist der 3 : 2 Sieg der 1.Herren 1963 in Stederdorf vor 500 Zuschauern.

Aber der Aufstieg sollte erst 1964 klappen. In diesem Jahr errang die Schülermannschaft zum 2.x die Meisterschaft hintereinander, die 2.Herren kam zu Meisterehren und stieg auf, die 1.Herren erspielte sich neben dem Aufstieg in die höchste Spielklasse auf Kreisebene noch die Kreismeisterschaft und konnte aus den Händen von U. Seeler die Auszeichnung entgegennehmen.

Der Händedruck war wohl zu lang, denn 2 Jahre später ging es wieder abwärts.

Ab 1966 drehte sich im Verein alles um die Jugend. 4 Spieler spielten in der Kreis,- Bezirks- oder Nds.-Auswahl. V. Schröder schaffte es sogar bis zum DFB-Sichtungslehrg. mit Uli Höneß u. Winni Schäfer zusammen und ging für eine Ablöse von 6.600 DM zu Arm. Hannover. Trotzdem gelang 1969 der Jgd. der Aufstieg in die Bezirksklassa. So hoch hat bisher noch nie eine Eltzer Mannschaft gespielt.

Durch die Hereinnahme von 7 Jgd. Spielern in den Herrenbereich 1970, errangen die 1.Herren, wie auch die 2.Herren die Meisterschaft und die 1.Herren errang 1972 zusätzlich noch den Kreispokal. Hatten die älteren Spieler früher nur Bier aus Stiefeln getrunken, kam jetzt ein Stiefel Milch und ein Stiefel Tutschi hinzu und jeder konnte es nach 3 Mon. auch verdauen.

Im April 1972 wurden 80 Pappeln, die längs des Sportplatzes standen, über Nacht von einem „Unbekannten“ mittels Motorsäge umgemacht und lagen durcheinander auf dem Sportplatz. Dieser Pappelskandal war dann auch auslösender Punkt in Sachen Sportstättenneubau, denn an eine Erweiterung mit B-Platz und Stromzufuhr konnte nicht mehr gedacht werden. Aber wir hatten pfiffige Politiker, denn die Gebietsreform und die Komunalwahl stand vor der Tür und 1973 begann man schon mit der Planung eines neuen Sportplatzes mit Sporthaus.

1974 begann das Partnerschaftsverhältnis des Ortes und der Vereine mit der BW und die Gebietsreform tritt in Kraft mit grausigen Auswirkungen für die Vereine.

Ein Jahr später wurde eine Damenhandball-Abtg. gegründet, die sehr großen Zuspruch in Eltze fand.

Anlässlich der 750 – Jahrfeier des Ortes wurde die neue Sportanlage an der Plockh. Straße eingeweiht. Die Mitglieder leisteten über 1800 Arbeitsstunden, man wurde gerade auf dem letzten Drücker fertig und man hatte große Probleme mit der Finanzrg.

Die 1977 neu installierte Trainingsbeleuchtung konnte allerdings auch nicht verhindern, dass die 1.Herren das Entscheidungsspiel um den Aufstieg vor über 400 Zuschauern mit 2 : 3 gegen PSG Peine in Edemissen verlor.

1979 hieß es: Tschüß Sportkreis Peine. Die Fußballabt. musste nach mehreren Aufforderungen zum Sportkreis H/L wechseln — die Handballdamen durften in Peine verbleiben. Der über 5 Jahre dauernde Kampf vieler Gremien und Einzelpersonen war vergebens.

1981 wurde die Schallmauer von 400 Mitgliedern durchbrochen, die Tanzsparte wird gegründet und die D-Jgd. wird erstmalig in H/L Staffelmeister. Die Ehrung hat denen so gut gefallen, dass sie 1 Jahr später das Husarenstück wiederholten.

Außerdem gewinnt die 1.Herren den Haberlandpokal in Dollbergen. 12 betrunkene Spieler in und auf einem Mercedes vom Sportplatz zum Vereinsheim. Dem Fahrer mit der linken Klebe konnte ja nicht viel passieren, denn es waren ja 3 Polizisten dabei.

Mit dem neuen Trainer J. Gaus waren die Stunden nach dem Training immer feucht fröhlich, denn der Tutschi-Umsatz stieg enorm und man kann sich nicht vorstellen, wieviel Personen in so einen kleinen von A. Scharf verqualten, früher hat er die Zigarren beidhändig geraucht, Verkaufskiosk passen.

Bevor im März 82 die neue Vereinssatzung in Kraft trat, wurde ihm in einer Nacht und Nebelaktion von einigen Spielern auch noch sein geliebter Schinken vom Boden gestohlen

Die 75 Jahrfeier des MTV Eltze mit dem Schützenfest zusammen war der gesellschaftliche Höhepunkt. Ein `drei tägiges Sportfest mit MTV Ball im Zelt auf dem B-Platz rundete die Feierlichkeiten ab.

1985 gewann der MTV das von der Gemeinde ins Leben gerufene „Spiel ohne Grenzen„ die Leichtahtletiksparte wird gegründet und der Gesamtumsatz steigt auf über 30.000 DM. Die Alte-Herren organisiert erstmals in dieser Form das bis heute alle 2 Jahre stattfindende Ortspokalturnier. Highlight war das Fußballspiel der Damen: MTV Schlafmützen gegen KKS Gartenzwerge. 8 Wochen vorher wurde angefangen mit dem heimlichen Training. Es wurde abgeworben, gekiebitzt, aber zum Schluss trennte man sie unentschieden.

Die Erweiterung des Vordaches mit Brüstung stand 1 Jahr später im Mittelpunkt. Dabei leisteten die Mitglieder 2250 Arbeitsstunden, von einem Gönner bekam man in diesem Jahr 10.000 DM und die 3 Herrenmannschaften stifteten 1.000 DM. Auch unser Platzwart arangierte sich. Er verkaufte die auf dem Sportplatz lebend gefangenen Maulwürfe für 5,00 DM an unseren Geschäftsführer und der setzte sie in der Nähe wieder aus.

8 Schiedsrichter hatte der Verein 1987. Einer von ihnen hat es geschafft bis in die Bild Zeitung mit dem Titel: Wirr – warr in Wirringen. Die Jgd.-Spielgemeinschaft Nord mit den Vereinen Eltze – Plockhorst – Dedenhausen – Eddesse, vorher JSG Eltze – Plockhorst, wird gegründet, die 1.Herren steigt ab und die Alte-Herren pflanzt 100 Bäume auf dem Sportplatz für den Wettbewerb: Unser Dorf soll schöner werden.

1988 hat der MTV 4 Herrenmannschaften und 8 Jgd.-Mannschaften in der Spielgemeinschaft und bei einem Spiel der 1.Herren sahen 8,8t Lebendgewicht, es wurde für ein Rätsel jeder Zuschauer gewogen, zu. Nur wenige pikierten sich, aber bei denen wurde von einer Jury das Gewicht geschätzt.

Ein sehr trauriges Jahr für den MTV Eltze war 1990. Durch einen Verkehrsunfall kamen 2 junge Spieler der 1.Herren ums Leben, 2 wurden schwer verletzt.

Auch Gustav Witfeld verstarb, der 35 Jahre Betreuertätigkeit im Herren- und Jgd.-Bereich ausübte.

Am 28.04. beginnt die Alte Herren mit dem Neubau das Sportheimes, siehe hatte versprochen den Rohbau hochzuziehen – , und am 30.06. war schon Richtfest. Der Organisator H. Brandes, er wurde 1954 übrigens Eltzer Meister im Stabhochsprung und 3. im Dreikampf, fuhr täglich mit dem Fahrrad mehrmals zum Sportplatz und er erhielt als Dank 2 neue Fahrradschläuche vom MTV Eltze. Ja, der Verein war schon immer sparsam.

Im Juni bekam der Verein Besuch von 56 Fußballern aus Hillersleben DDR, welcher im Sept. durch Ortsbürgermeister Grotewohl, Vorstand, 1. und Alte Herren einschl. Frauen erwidert wurde. Ein alter Schuppen als Umkleideraum, ein Jauchefass als Dusche und auf dem Sportplatz befand sich Loch an Loch, er war sogar zum Teil mit Stacheldraht eingezäunt. Unserem Platzwart A. Scharf standen die Tränen in den Augen.

Ebenfalls hatte die Alte-Herren, die die Brüderschaft zwischen Ost und West sehr intensivierte, im Sept. noch Besuch von der Alten Herren NAGEMA Dresden, die mit ihren Trabis kamen. 2 Stunden haben sie von Peine bis Eltze gebraucht. Sie hatten keine Panne, – nein -, aber hinter der Autobahnabfahrt haben sie zum ersten Mal ALDI in Natura gesehen – und alle rein.

Die Einweihung des Jgd.-und Schulungsraumes, im nachhinein nach Auflagen Umbenennung in Sportheim, war 1991. Der MTV kann nur zum damaligen Ortsbürgermeister sagen: Danke Erich!

Ein Förderkreis für die 1.Herren wird gegründet und die Alte-Herren isst vor einem Fußballspiel gemeinsam Zwiebelsuppe, weil sie nicht mehr so eng gedeckt werden wollen.

Die E-Jgd., zuvor 2x Staffelmeister, und die D-Jgd. fahren nach Schweden zum Gotja-Cup und spielen.

Mitte der 90er Jahre hatte der MTV Eltze das Sportheim abbezahlt, der Gesamtumsatz übersteigt teilweise 75.000 DM und der Verein boomt, denn der MTV hat 564 Mitglieder.

Nach dem Abstieg der 1.Herren in die 3. KKl. 1995, schaffte sie 1999 wieder den Aufstieg. Auch die B-Jgd. in der Spielgemeinschaft gewinnt nach der Staffelmeisterschaft auch den Kreispokal.

Ein Highlight in diesem Jahr, der Verein feiert sein 90-jähriges Bestehen mit einer Sportwoche, war das Gastspiel von Arminia Hannover. Der Unterschied von 9 Spielklassen war folgender: 21 : 0 für Arminia.

2 Jahre später der nochmalige Aufstieg der 1.Herren in die 1. KKl. , obwohl man sechs Punkte verschenkte, da man gegen einen Lehrter Verein aus bestimmten Gründen 2x nicht antrat.

Zuvor von der Gemeinde geehrt, hört der Geschäftsführer des MTV Kurt Ulbrich nach über 30 Jahren Vorstandsarbeit 2003 auf und die Spargemeinschaft, das sind die, die zur Belebung des Vereines beitragen, holen des Fußball-Kasper des DFB für die Jugend nach Eltze.

Sie waren es auch, die für den MTV von 2004 bis 2006 die Aktion: „ WM – Club 2006 „ übernahmen. In dieser Zeit wurde 3x das Fußballabzeichen mit über 250 Teilnehmern abgenommen und die Ausrichtung eines „ WM Tages „ während des Ortspokalturnieres durchgeführt unter dem Motto: „ Die Welt zu Gast bei Freunden „. Unter 8 Nationen gewann Deutschland vor der Türkei.

Die selbst zu gestaltende WM – Fahne wurde der Eltzer Bevölkerung an diesem Tage ebenfalls vorgestellt, danach zum DFB geschickt und mit zur größten Fahne der Welt verarbeitet.

Im letzten Jahr wurde das Vereinsheim renoviert, eine vollwertige gastronomische Küche eingebaut und alles hergerichtet für einen evtl. Anbau an das Sportheim.

Aber es fehlte auch einer auf dem Sportplatz. Der Gründer und Wegbereiter der Fußballsparte W. Uzarewicz verstarb im März und hat somit die Abmeldung der 1.Herren im Nov. nicht mehr miterlebt. 62 Jahre Fußball sind Geschichte, – dachte jeder -.

Aber: In diesem Jahr haben sich 16 Eltzer gefunden und sie sind die neue 1.Herren.